Unsere Definition des fairen Handels

südsinn-Schmuck wird unter fairen Bedingungen hergestellt und fair gehandelt. südsinn ist anerkannter Lieferant der Arbeitsgemeinschaft Weltläden Österreich (ARGE) und ist aufgeführt im Katalog anerkannter Weltladen-Lieferanten des Weltladen-Dachverbands.

Unsere Definition vom Fairen Handel

"Fairer Handel" ist ein von engagierten Menschen in den wohlhabenden Industrieländern entwickeltes Konzept. Es soll die Lebensbedingungen von Armen in Ländern und Regionen verbessern, in denen soziale Systeme wie Arbeitslosen-, Renten- und Krankenversicherung nicht existieren und Unterbezahlung, Ausbeutung und Kinderarbeit alltäglich sind.

Um dieses Konzept zum Leben zu erwecken, reicht es nicht, ein paar Cent mehr für die Produkte armer Produzenten zu zahlen. Neben der Durchsetzung von fairen Löhnen, des Verbots von Kinderarbeit und von Krankenversicherung muss vor Ort viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden, und ständige Kontrollen sind notwendig. Fairer Handel kann nicht die Sozialsysteme in marginalisierten Regionen reformieren oder ersetzen. Aber fairer Handel kann die Lebensbedingungen vieler Menschen verbessern und das Bewusstsein für Würde, Gerechtigkeit und gegenseitigen Respekt fördern. Fairer Handel ist ein Prozess: es gibt Erfolge wie Rückschritte, Enttäuschungen und viel Freude. Fairer Handel muss diskutiert und weiter entwickelt werden. Dabei muss auch fairer Handel wirtschaftlich und professionell arbeiten. Nur Produkte, die sich auf dem Markt behaupten, können nachhaltige, würdevolle Arbeit und Einkommen für alle Beteiligten gewährleisten." Norbert Tomforde

Wir unterstützen und berufen uns auf die Definition des Fairen Handels, die der internationale Arbeitskreis FINE (ein Zusammenschluss internationaler Dachorganisationen des fairen Handels) formuliert hat.

Definition des Fairen Handels nach FINE:

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit Verbrauchern) für die Unterstützung der Produzenten, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.

 

Die strategische Zielsetzung des Fairen Handels ist:

  • bewusst mit benachteiligten Produzenten und Arbeitern zu arbeiten und ihnen zu helfen, zu mehr wirtschaftlicher Sicherheit und Unabhängigkeit zu gelangen,
  • Produzenten und Arbeiter darin zu unterstützen, als Interessensvertreter in ihren jeweiligen Organisationen zu fungieren,
  • auf globaler Ebene eine aktive Rolle zu spielen, um für mehr Gerechtigkeit im Welthandel zu sorgen.

Folgende Grundsätze und strategische Ziele bilden die Grundlage für fairen Handel:

  • die Bereitstellung finanzieller, technischer und organisatorischer Unterstützung der Produzenten,
  • die Bewusstseinsbildung in den Ländern des Nordens und des Südens sowie
  • die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis im konventionellen Welthandel.

Handel wird als eine Partnerschaft angesehen, die auf Dialog, Transparenz und Respekt basiert, und von der beide Partner profitieren:

  • Die Partner begegnen einander mit Respekt und berücksichtigen unterschiedliche Kulturen und Rollen.
  • In der Darstellung der Organisation, ihrer Finanzen und Struktur wird transparent und verantwortlich gehandelt, sowohl gemäß der jeweiligen Rechtsprechung als auch gemäß den Vereinbarungen des Fairen Handels.
  • Informationen zur Erleichterung des Marktzugangs werden bereitgestellt.
  • Die Kommunikation ist offen und konstruktiv.
  • Konflikte werden in Gesprächen und Schiedsverfahren gelöst.

Handelsbedingungen werden verbessert durch

  • die Zahlung eines fairen Preises gemäß regionaler oder lokaler Maßstäbe (ein fairer Preis soll nicht nur die Produktionskosten decken, sondern auch eine sozial und ökologisch verantwortliche Produktion ermöglichen),
  • die Hilfe beim Zugang zu Finanzierung vor der Ernte bzw. der Produktion (z.B. Vorfinanzierungen bei Bedarf), um Produzentenorganisationen vor Verschuldung zu bewahren,
  • die Unterstützung langfristiger Handelsbeziehungen.

Die Rechte der Produzenten und Arbeiter werden abgesichert und verbessert durch die Verpflichtung:

  • zur Zahlung fairer Löhne (die sich nicht am gesetzlichen Mindestlohn, sondern an den Lebenshaltungskosten orientieren),
  • zur Bereitstellung sozial verantwortbarer, sicherer und gesunder Arbeitsplätze,
  • zur Einhaltung nationaler Gesetze sowie die Erhaltung von Arbeitsbedingungen, die die von den Vereinten Nationen festgelegten Menschenrechte der Produzenten und Arbeiter sichern und
  • zur Sicherstellung der Einhaltung der Kernarbeitsnormen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation).

Langfristige Verbesserungen der wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten von Kleinproduzenten und Arbeiter sowie der umweltfreundlichen Produktionsmethoden ihrer Organisationen werden erreicht durch:

  • die Stärkung von Organisationen der Kleinproduzenten,
  • die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Produzenten und Arbeiter sowie deren Beteiligung an Entscheidungsprozessen,
  • die Unterstützung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, insbesondere von Frauen, sowie „human resource development”,
  • die aktive Unterstützung verantwortlicher und umweltfreundlicher Produktionsmethoden